Ist die Riester-Rente noch sinnvoll?

3 Argumente für und gegen die Riester-Rente

Wissen to go:
  • Die Riester Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die auf zwei Hauptsäulen beruht. Zum einen ist sie ein staatlich gefördertes Sparsystem und zum anderen kann sie auch bestimmte Steuervorteile in Anspruch nehmen.
  • Innerhalb der Riester Rente lassen sich mehrere Formen unterscheiden, wie zum Beispiel Riester-Rentenversicherung, Riester-Banksparplan, Riester-Fondssparplan und Wohn-Riester.
  • Die Riester-Rente hat Vorteile und Nachteile, die von verschiedenen Faktoren abhängen, zum Beispiel von der beruflichen oder familiären Situation.
Hast Du Dich jemals gefragt, wie Dein Leben als Pensionist:in aussehen wird? Wenn Du das hier liest, lautet Deine Antwort höchstwahrscheinlich ja. Wenn Du schon ein bisschen über Rente und Finanzen gelesen hast, ist Dir sicher klar, wie wichtig es ist, Deine Altersvorsorge zu diversifizieren und nicht nur von der staatlichen Rente zu leben. Um mehr Liquidität zu haben, wenn Du Dein Rentenalter erreichst, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine der meistdiskutierten ist die Riester Rente. Aber was ist das genau? Welche Vorteile und Nachteile hat sie? Lies weiter, um es herauszufinden!

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die auf einem Sparsystem mit staatlichen Zuschüssen und Steuererleichterungen basiert. Im Ruhestand erhält die Person eine lebenslange Rente. Diese Rente setzt sich aus allen Beiträgen in Form von Ersparnissen und den staatlichen Zuschüssen zusammen, die sich im Laufe der Jahre der Beschäftigung angesammelt haben. Derzeit kann jede:r, der oder die arbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, von der Riester Rente profitieren, z.B. Arbeitnehmer:innen, Selbstständige, Beamte oder Auszubildende.

Bei der Riester-Rente fallen Abschluss- und Verwaltungsgebühren an, die als Teil Deiner Prämien direkt an den Versicherer gezahlt werden. In der Regel liegen die Kosten zwischen 3 und 6 Prozent Deiner Beiträge und für die Verwaltung der Einlagen je nach Versicherer bei 1,5 bis 3 Prozent.

Wenn Du Dich für diese Form der Altersvorsorge entscheidest, zahlst Du während Deines Arbeitslebens monatlich oder jährlich Beiträge in Deine Riester Rente ein, die Du dann als Rente erhältst. Die Versicherer verpflichten sich, Dir eine Beitragsgarantie zu geben. Das bedeutet, dass sie Dir bei der Auszahlung mindestens Deine Sparbeiträge und die angesammelten staatlichen Zuschüsse auszahlen müssen. Deshalb halten viele Menschen die Riester Rente nicht für rentabel, denn die Versicherer investieren Dein Geld nicht in Produkte mit einer höheren Rendite, wie zum Beispiel Fonds oder risikoarme Anleihen. Die Riester Rente gilt daher als sehr sicheres Produkt, aber mit kaum einer Chance auf eine hohe Rendite.

Für die Auszahlung der Riester-Rente gibt es mehrere Möglichkeiten. Die erste ist die lebenslange Rentenzahlung. Wer die Riester-Rente vor 2012 abgeschlossen hat, kann sie ab dem 60. Lebensjahr beziehen, wer sie danach abgeschlossen hat, ab dem 62. Für diese Rente musst Du die sogenannte nachgelagerte Besteuerung bezahlen. Das bedeutet, dass Du zu dem Steuersatz Steuern zahlen musst, der zum Zeitpunkt des Rentenbezugs gilt. Die andere Möglichkeit ist, zu Beginn der Auszahlungsphase eine Einmalzahlung von bis zu 30 Prozent des angesammelten Kapitals zu erhalten. Dies geschieht, um einen Teil des Kapitals von Anfang an zu sichern, da die Versicherer die Tatsache berücksichtigen, dass die Lebenserwartung heutzutage steigt. Das bedeutet, dass die monatlichen Beträge, die in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt werden, sehr niedrig sind. Aber Vorsicht! Wenn Du eine Einmalzahlung erhältst, musst Du auf die Steuern achten, denn wenn Du einen höheren Geldbetrag auf einmal erhältst, steigt Dein Steuersatz für das betreffende Jahr.

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Welche Zulagen gibt es?

Wie bereits erwähnt, profitiert die Riester-Rente von jährlichen staatlichen Zuschüssen in der Ansparphase, den sogenannten Riester-Zulagen, sowie von Steuervorteilen. Aber woraus bestehen diese Förderungen genau?

Es gibt mehrere Arten von Zulagen. Die erste ist die Grundzulage, von der Du 175 Euro pro Jahr erhältst. Dann gibt es noch die Kinderzulage. Diese sind nach dem Alter der Kinder gestaffelt. Zurzeit erhält der/die zukünftige Rentner:in 185 Euro pro Jahr für jedes Kind, das bis Ende 2007 geboren wurde. Für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde oder wird, beträgt die Zulage 300 Euro pro Jahr. Die Kinderzulage können bis zum 25. Geburtstag des Kindes bezogen werden, sofern das Kind kindergeldberechtigt ist. Darüber hinaus gibt es für Personen bis 25 Jahre, die zum ersten Mal in den Arbeitsmarkt eintreten, einen zusätzlichen einmaligen Bonus von 200 Euro.

Was muss ich bezahlen?

Der jährliche Mindestbeitrag zum Erhalt einer Riester Rente beträgt 60 Euro. Um die oben genannten Zulagen zu erhalten, musst Du jedoch mindestens 4 % Deines Bruttojahreseinkommens im Vorjahr einzahlen. Nehmen wir ein Beispiel, um es leichter zu verstehen. Wenn Dein Bruttojahresgehalt 35.000 Euro beträgt, musst Du jedes Jahr 1.400 Euro auf Dein Riester-Konto einzahlen, um Anspruch auf die Zulagen zu haben. In diesem Betrag sind die staatlichen Zulagen aber bereits enthalten. Das bedeutet, dass Du von den 1.400 Euro die 175 Euro für die Grundzulage abziehen musst, wenn Du keine Kinder hast, und die entsprechende Kinderzulage mitrechnen, wenn Du Kinder hast. Am Ende musst Du 1.225 Euro pro Jahr aus eigener Tasche zahlen und der Staat übernimmt die restlichen 175 Euro.

Zusätzlich zu den Zuschüssen hat die Riester-Rente auch steuerliche Vorteile. Derzeit kannst Du Deine jährlichen Beiträge und die staatlichen Zulagen bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr als Sonderausgaben angeben, indem Du die Anlage AV in Deiner Steuererklärung ausfüllst.
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Formen der Riester Rente

Wie läuft die Erklärung soweit? Ich hoffe, Du hast jetzt ein besseres Verständnis dafür, was dieses private Form der Altersvorsorge beinhaltet. Nachdem wir gesehen haben, was die Riester Rente ist, müssen wir zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden. Let’s go!

Riester-Rentenversicherung

Die Riester-Rentenversicherung ist die klassischste Variante dieser Form der Altersvorsorge. Hier verpflichtet sich der Versicherer, Dir einen garantierten Zinssatz zu zahlen. Dieser Zinssatz wird von der Bundesregierung festgelegt und wird jährlich auf den angesparten Betrag erhoben. Da die Zinsen aktuell sehr niedrig sind, handelt es sich zwar um eine sehr sichere Anlageform, aber die Renditeaussichten sind gering.

Riester-Banksparplan

Der Riester-Banksparplan ist der Riester-Rentenversicherung sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass auf das zur Verfügung gestellte Geld ein variabler Zinssatz erhoben wird. Dieser Zinssatz richtet sich in der Regel nach den aktuellen Sparzinsen auf dem Markt. Das kommt den Nutzer:innen in Zeiten hoher Zinsen zugute und benachteiligt sie, wenn die Zinsen fallen. Derzeit gibt es nur noch wenige Banken, die dieses Produkt verkaufen, sie verwalten nur die Verträge der bestehenden Kunden.

Riester-Fondssparplan

Der Riester-Fondssparplan ist derzeit die rentabelste der Riester Renten Optionen. Gleichzeitig birgt er aber auch das höchste Risiko, da die Investition je nach Fonds mehr oder weniger sicher ist. Unabhängig davon sind die Anbieter verpflichtet, Dir das Garantiekapital zum Zeitpunkt des Renteneintritts zurückzugeben. Es ist wichtig, die Angebote verschiedener Anbieter für diese Art von Fonds zu vergleichen, da die Kosten je nach den Gebühren des Fonds höher sein können.

Wohn-Riester

Der Wohn-Riester ist eine besondere Form der Riester-Rente, die auf den Bau oder Kauf einer Immobilie abzielt. Dabei nutzen die Nutzer:innen Zuschüsse und Zulagen, um ihren eigenen Wohnraum zu finanzieren. Um davon zu profitieren, ist es eine Voraussetzung, dass die Immobilie zur Eigennutzung bestimmt ist. Du kannst entweder ein gefördertes Wohnungsbaudarlehen für den Kauf oder Bau Deines Eigenheims aufnehmen oder in einem Wohn-Riester Vertrag für den Kauf Deiner Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt sparen.
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3 Argumente für die Riester-Rente

Nachdem wir nun gesehen haben, was die Riester Rente alles mit sich bringt, was sind die Vorteile dieser Form der Altersvorsorge? Hier sind 3 klare Gründe, warum sie sich lohnt.

Vorteil 1: Sie ist ein sehr vorteilhaftes System für Familien und Geringverdiener:innen

Wie wir bereits gesehen haben, zeichnet sich die Riester Rente durch bestimmte staatliche Förderungen aus, zu denen auch die Kinderzulagen gehören. Deshalb ist diese Form der Altersvorsorge für Familien mit Kindern vorteilhaft, denn sie erhalten jedes Jahr einen entsprechenden Zuschuss für jedes Kind, sofern sie den vorgeschriebenen Mindestbeitrag von 4 Prozent erreichen.
Bei Geringverdiener:innen besteht der Vorteil darin, dass sie bei der 4-Prozent-Regelung nur den Grundbetrag von 60 Euro pro Jahr (5 Euro pro Monat) zahlen müssen, um die volle staatliche Leistung von 175 Euro zu erhalten. In beiden Fällen ist es wichtig, einen günstigen Anbieter zu finden.

Vorteil 2: Es ist eine sichere Investition

Bei aller Kritik ist eines klar: Die Riester Rente ist eine sichere Geldanlage fürs Alter. Die Anbieter dieser Art von Produkt sind verpflichtet, die Beiträge (Deine und die staatlichen Zuschüsse) zu garantieren und Dir auch den garantierten Zinssatz zu zahlen. Wenn Du also jemand bist, der großen Wert auf Sicherheit legt, ist die Riester Rente perfekt für Dich.

Vorteil 3: Unsere Lebenserwartung wird immer länger

Das ist eine unbestreitbare Tatsache und etwas, das auch die Versicherer berücksichtigen. Weil die Riester Rente lebenslang gilt, gibt sie Dir die Sicherheit, bis zum Ende abgesichert zu sein, egal welches Alter Du erreichst.

3 Argumente gegen die Riester-Rente

Genauso wie es Argumente für die Riester-Rente gibt, gibt es auch Argumente gegen sie. Hier sind 3 Nachteile dieser Form der Altersvorsorge.

Nachteil 1: Du bekommst keine hohe Rendite für Dein Geld

Das ist etwas, das im Laufe dieser Analyse schon mehrfach erwähnt wurde: Die Riester Rente ist eine sehr sichere Option, aber ohne sehr hohe Rendite. Aufgrund der obligatorischen Beitragsgarantie für die Beiträge und Zuschüsse neigen die Anbieter dazu, sehr konservativ zu investieren, sodass die Renditechancen vor allem derzeit sehr begrenzt sind.

Nachteil 2: Für Gutverdiener nicht so vorteilhaft

Für Gutverdiener:innen ist die Riester Rente wahrscheinlich nicht die beste Möglichkeit für die Altersvorsorge. Zwar können sie wie alle anderen von Steuervorteilen und staatlichen Zuschüssen profitieren. Aber wegen der 4-Prozent-Regel musst Du, je mehr Du verdienst, umso mehr in die Riester Rente einzahlen, um in den Genuss von Zuschüssen zu kommen. Außerdem ist sie aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase nicht die kostengünstigste Option für Gutverdiener:innen. Je nachdem, wie sich dies entwickelt und wie hoch die Beitragsgarantie ist, könnte sie in Zukunft wieder rentabel werden, aber das lässt sich nicht vorhersagen.

Nachteil 3: Achtung! Kosten

Schließlich ist es wichtig, die Kosten zu berücksichtigen, die mit dieser Art von Vertrag verbunden sind. Früher, als die Zinssätze noch höher waren, waren die Abschluss- und Verwaltungskosten erträglicher. Heute sind diese Kosten jedoch zu einer Belastung geworden, da die Zinssätze sie nicht ausgleichen. Deshalb ist es sehr wichtig, all dies gründlich zu analysieren, bevor man sich für einen bestimmten Vertrag entscheidet.

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Disclaimer

Von den Autorinnen erwähnte Aktien, ETFs und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen dienen allein der Bildung und Veranschaulichung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die LeserInnen sich die angebotenen Inhalte zu eigen machen oder etwaigen Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich.
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